»COCO« ist ein aus Marmor gefertigter Mörser bzw. Wippmahlstein. Das Produkt stellt eine Fusion zwischen einem Wiegemesser und Mörser dar. Die Wiegeform und das Steinprofil fördern ein angenehmes und effektives Mörsern. Ausgangslage für den Entwurf war eine intensive Auseinandersetzung mit der Thematik „Stein als Werkzeug“.
Fotos: Natalie Witulla
WiSe 17/18
betreut von Jakob Gebert & Kai Linke
Mehr über das Projekt
BODENSCHÄTZE Allgemein betrachtet bezeichnet der Begriff der Transformation jede Form der Veränderung, Umformung und Umgestaltung. In den aktuellen Diskussionen um die Entwicklung einer zukunftsfähigen Gesellschaft ist Transformation das maßgebliche Schlagwort für einen längst überfälligen grundlegenden Wandel unserer Gesellschaft. Dabei geht es um die Entwicklung langfristig nachhaltiger Strategien im Umgang mit unserer Erde.
Geowissenschaftler diskutieren aktuell die Benennung eines neuen Erdzeitalters: das Anthropozän, das sogenannte Menschenzeitalter. Noch nie hatte der Mensch so viel Einfluss wie heute auf alle bedeutsamen biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse der Erde. Die Erdoberfläche wird heute maßgeblich vom Menschen gestaltet und verändert. Wie kann man sich auf Grundlage dieser Diskussionen und Entwicklungen gestalterisch mit den unter unseren Füssen liegenden Schichten und Schätzen auseinandersetzen? In dem Projekt Bodenschätze geht es somit um die Auseinandersetzung mit den Bestandteilen der Erdoberfläche. Menschen und Steine verbindet seit Urzeiten ein Verhältnis, das so vielschichtig ist, dass es kaum umfänglich beschrieben werden könnte. Im Verlauf des Projektes geht es darum, sich Bestandteile der Erdoberfläche zu wählen, diese als „Projektmaterial“ zu verstehen und damit zu experimentieren. Diese Experimente können ganz unterschiedlichste Richtungen einnehmen. Es können neue Materialien entwickelt werden oder vorhandene Materialien in ungewöhnlicher Weise bearbeitet werden. Naturgemachtes trifft auf Menschengemachtes. Ressource auf Wachstumsgrenzen oder Ausgesondertes auf neue Materialentwicklungen. Auch die Verwendung des Modematerials Stein kann hierbei kritisch hinterleuchtet werden. Ebenso kann aus der Auseinandersetzung auch ein klassisches Produkt entstehen. Das Projekt bewegt sich zwischen den Polen der forschenden Materialentwicklung und dem klassischen Einsatz von Gestein und mineralischen Werkstoffen für ein Objekt, das im Wohn- oder Haushaltskontext dem Menschen dient (kein Schmuck!). Kern des Projektes ist ein sich einlassen auf eine Auseinandersetzung mit unseren Bodenschätzen, dessen Wertigkeiten und Bedeutungen – und das in seinen unterschiedlichsten Erscheinungsformen. Hieraus wird ein eigenständiges Projekt oder Material entwickelt.